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Restaurierung einer Heuer Autavia-GMT

Der Stargast des heutigen Uhren-Abends ist eine wunderbar erhaltene Heuer Autavia-GMT.

Die Uhr ist in einem komplett originalen Zustand und sicher die letzten 25 Jahre nicht getragen worden.

Das ist am kaum vorhandenen Verschleiß schnell und gut zu erkennen. Glücklich wer so ein Exemplar besitzt, in diesem Zustand eine absolute Rarität.

Das Gehäuse soll auf jeden Fall den Vintage-Look beibehalten, denn eine perfekt aufpolierte Stahl-Sportuhr aus vergangenen Tagen ist eindeutig äußerst stillos.

Nach gelungener Befreiung aus dem Gehäuse werden als nächster Schritt vorsichtig die Zeiger demontiert.  

Geschafft! Immer ein ganz heikler Teil der Sanierung/Reparatur, da weder das Zifferblatt noch die Zeiger jegliche Spuren der Berührung mit einem Werkzeug aufweisen dürfen, und in diesem Fall die Zeiger sogar noch die unbeschädigte Original-Lackierung und Leuchtmasse besitzen.
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Im Anschluss zerlege ich das Werk komplett in seine einzelnen Bestandteile. Wobei es natürlich wichtig ist, während des Zerlegens jedes entfernte Teil auf Verschleiß und eventuelle Beschädigungen zu überprüfen. Jede Minute die man sich hier sparen möchte, macht sich nach dem Zusammenbau in Form von vielen Stunden Fehlersuche dramatisch bemerkbar. Es ist praktisch unmöglich bei einem so komplexen Uhrwerk einen nicht rechtzeitig erkannten Fehler im Nachhinein ohne Zerlegen zu finden geschweige denn zu beheben.

Die Arbeitszeit um ein Werk dieser Bauart in jedes einzelne Bestandteil zu zerlegen und zu überprüfen und ev. Verschleiß zu beheben beträgt nach eigener Erfahrung ungefähr 2-3 Stunden. Allerdings nur, wenn kein gravierender Fehler vorhanden ist.

Ersatzteile für ein Valjoux 724 (basierend auf dem Valjoux 72, jedoch mit 24 Stunden-Anzeige) bekommt man natürlich längst nicht mehr im Uhren-Ersatzteilhandel, sondern nur mehr mit guten Kontakten, Geduld und der Bereitschaft Geld zu investieren. Wer Ersatzteile solch rarer Kaliber besitzt, möchte sie natürlich nicht verschenken. Auch verständlich.

In diesem Fall alles nur Theorie, denn die Zapfen der Stahlwellen die in synthetischen Rubinen gelagert sind haben keinerlei Laufspuren. Auch sonst ist aufgrund der Tatsache, dass die Uhr in den letzten 25 Jahren nicht getragen wurde, nichts Unerfreuliches erkennbar. Einzig beim Kleinbodenrad und beim Sekundenrad sind jeweils triebseitig ganz sanfte bräunliche Verfärbungen zu erkennen. Weg damit, hier ist nur Hochglanz gefragt.

Wegen der geringen Laufleistung und dem nicht vorhandenen Verschleiß, ist es auch nicht notwendig ein Lager zu erneuern. Diese sind ja um ein Vielfaches härter als die Wellen, und gewinnen naturgemäß das Kräftemessen mit der Lauffläche der Zapfen. So einen Werkzustand bei dem Alter der Uhr sieht man leider nur äußerst selten. Schade. Sehr häufig laufen mechanische Uhrwerke bis sie nicht mehr ausreichend Gangreserve besitzen, übermäßig differieren, oder sonstige auf einen schlimmen Zustand hinweisende Eigenschaften, quasi als letzten Hilferuf „verkünden“.

Weil aber trotzdem fast alles noch ein wenig optimiert werden kann, poliere ich alle Kontaktpunkte der Hebel des Chronographen mit Lindenholz (der Ehre wegen niemals mit einem Poliermotor), die Grundplatine, Gesperr, Federhaus und Aufzugteile werden vorgereinigt.

Die Zugfeder entferne ich, um sie nach der Werk-Reinigung zu erneuern. Sie ist immerhin seit 45 Jahren im Dienst, da hat sie sich ihren Ruhestand redlich verdient. Abgesehen davon muss nichts erneuert oder getauscht werden, die Uhr ist und bleibt also im Original-Zustand.

Ab in die Reinigungsmaschine. Während sie badet, kümmere ich mich um die Drücker und das Glas.

Die Drücker werden ausgebaut, zerlegt und gereinigt, um ihre Leichtgängigkeit wieder zu erlangen, das Glas ein wenig poliert. Nicht zu viel, um keine Schlieren zu riskieren. Das Gehäuse wird sorgfältig gereinigt.

So, das Werk ist frisch gebadet, noch ganz warm, sofort wird der Reinigungs-Erfolg kontrolliert. Alles in Ordnung. Vermutlich habe ich mich schon während des Zerlegens auf den Zusammenbau gefreut, denn dieses Uhrwerk ist für jeden Mechanik-Freund wirklich ein Genuss. Uhrmacherkunst der späten 60er-Jahre. Design, Hochwertigkeit und Langlebigkeit haben hier eindeutig den Grundstein für die Beliebtheit und den enormen Sammler-Status dieser Uhren gelegt.

Dieses Modell ist außerdem aus der letzten Baureihe mit Compressor-Gehäuse, darum auch die Modell-Bezeichnung „Heuer Autavia GMT Mk4 2446C“. Experten erkennen die verschiedenen Baujahre der 2446 auch anhand der Zeiger-Farben. Ob es sich um eine Mk1,Mk2 oder wie hier um die letzte ihrer Art, die Mk4 handelt. Danach hatten die Modelle den typischen 70er Jahre-Look mit klobigeren Gehäusen und planem Mineralglas, außerdem einen verschraubten Deckel (Uhrboden).

Der Zusammenbau ist problemlos, alles läuft perfekt ab, und die Hebel haben tatsächlich von der Politur profitiert. Sie sieht toll aus und läuft herrlich. Die Reglage in 6 Lagen auf der Zeitwaage ist schnell erledigt. Wahrscheinlich hat sich die Uhr schon mehr auf ihren Einsatz gefreut als vermutet;-) Zifferblatt und Zeiger aufgesetzt, eingeschalt, noch ein passendes Rally-Lederband montiert, perfekt!

Wer immer sie auch tragen wird, er/sie kann sich wirklich freuen, so eine Rarität zu besitzen.

Ich freu‘ mich indes schon auf die nächste Uhr. Es ist ein noch etwas älteres Exemplar, eine wunderschöne IWC, Caliber 8541, aus dem Jahr 1964. Schön, dass die Arbeit auf diesem Niveau bleibt:-)

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Kaser Uhren-Juwelen KG

Mondseerstraße 14
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Telefon +43 6215 20410

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